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Rollenspiel: Helfersyndrom in der Wohngruppe

Setting

Ort: Besprechungsraum der Wohngruppe "Sonnenblick" für Menschen mit geistigen Beeinträchtigungen
Zeit: Donnerstag, 14:00 Uhr - reguläre Teamsitzung
Anlass: Teamleitung hat bemerkt, dass eine Mitarbeiterin Anzeichen von Helfersyndrom zeigt

Rollen

1. Teamleitung - Petra Müller (45 Jahre)

Hintergrund: Sozialarbeiterin mit 15 Jahren Erfahrung, empathisch aber auch strukturiert
Ziel: Das Problem ansprechen ohne die Mitarbeiterin zu verurteilen, Lösungen finden
Charakterzüge: Diplomatisch, erfahren, achtet auf Teamdynamik

2. Mitarbeiterin mit Helfersyndrom - Sarah Klein (28 Jahre)

Hintergrund: Heilerziehungspflegerin, arbeitet seit 2 Jahren in der Einrichtung, sehr engagiert
Verhalten: Übernimmt ständig Extraschichten, macht Aufgaben für Bewohner, die diese selbst könnten, wirkt erschöpft aber leugnet Probleme
Charakterzüge: Perfektionistisch, selbstaufopfernd, schwer abgrenzbar

3. Erfahrene Mitarbeiterin - Marina Wagner (52 Jahre)

Hintergrund: Altenpflegerin, 20 Jahre Berufserfahrung, hat selbst mal Burnout erlebt
Rolle: Unterstützende Stimme, kann aus eigener Erfahrung sprechen
Charakterzüge: Direkt, herzlich, pragmatisch

4. Junge Mitarbeiterin - Lisa Hoffmann (24 Jahre)

Hintergrund: Frisch ausgebildete Heilerziehungspflegerin, erst 6 Monate im Team
Rolle: Beobachterin, stellt naive aber wichtige Fragen
Charakterzüge: Unsicher, lernbereit, manchmal zu ehrlich

5. Mitarbeiterin mit anderer Meinung - Claudia Bauer (38 Jahre)

Hintergrund: Erzieherin, arbeitet seit 5 Jahren hier, eher distanziert
Rolle: Vertritt die Position "Jeder ist selbst verantwortlich"
Charakterzüge: Rational, manchmal unempathisch, strukturiert

Ausgangssituation

Sarah arbeitet seit Wochen Überstunden, übernimmt Aufgaben von Kollegen und erledigt für die Bewohner Tätigkeiten, die diese zur Förderung ihrer Selbstständigkeit eigentlich selbst machen sollten. Sie wirkt müde und gestresst, bestreitet aber jedes Problem. Andere Teammitglieder sind beunruhigt.

Gesprächsverlauf (Leitfaden)

Phase 1: Eröffnung (5 Minuten)

Petra: Begrüßung, Tagesordnung, führt behutsam zum Thema hin
Sarah: Wirkt nervös, ahnt worum es geht

Phase 2: Problemdarstellung (10 Minuten)

Petra: Spricht das beobachtete Verhalten an - konkrete Beispiele
Sarah: Verteidigt sich, "Ich helfe nur gerne", "Die Bewohner brauchen das"
Marina: Unterstützt Petra, teilt eigene Erfahrungen
Lisa: Stellt unschuldige Fragen, die zum Nachdenken anregen
Claudia: Eher kritisch gegenüber Sarah

Phase 3: Vertiefung (15 Minuten)

Petra: Erklärt, was Helfersyndrom ist und welche Folgen es hat
Sarah: Wird defensiv, dann nachdenklich
Marina: Erzählt von ihrem eigenen Burnout
Lisa: "Aber ist es nicht gut, wenn man hilft?"
Claudia: "Grenzen sind wichtig für alle"

Phase 4: Lösungsfindung (15 Minuten)

Petra: Leitet zu praktischen Lösungen über
Alle: Entwickeln gemeinsam Strategien
Sarah: Zeigt erste Einsicht, ist aber noch unsicher

Phase 5: Vereinbarungen (10 Minuten)

Petra: Fasst konkrete Schritte zusammen
Sarah: Stimmt widerwillig zu
Team: Bietet Unterstützung an

Konfliktpunkte zum Ausarbeiten

  1. Sarah: "Aber wenn ich nicht helfe, wer macht es dann?"
  2. Claudia: "Das ist doch ihr Problem, nicht unseres"
  3. Marina: "Ich kenne das, mir ging es genauso"
  4. Lisa: "Vielleicht übertreiben wir ein bisschen?"
  5. Petra: Muss zwischen verschiedenen Positionen vermitteln

Lösungsansätze

  • Supervision: Regelmäßige Einzelgespräche mit Sarah
  • Aufgabenverteilung: Klare Zuständigkeiten definieren
  • Selbstständigkeit fördern: Bewohner mehr eigenständig handeln lassen
  • Pausenregelung: Verbindliche Erholungszeiten
  • Teamunterstützung: Kollegen achten aufeinander
  • Fortbildung: Schulung zum Thema Abgrenzung

Ziele des Rollenspiels

  • Sensibilisierung für das Helfersyndrom
  • Übung in schwierigen Teamgesprächen
  • Entwicklung von Lösungsstrategien
  • Stärkung der Teamkommunikation
  • Bewusstsein für eigene Grenzen

Reflexionsfragen nach dem Rollenspiel

  1. Wie hat sich Sarah während des Gesprächs gefühlt?
  2. Was waren die größten Herausforderungen für die Teamleitung?
  3. Welche Lösungsansätze waren am hilfreichsten?
  4. Wie kann man Helfersyndrom im Team frühzeitig erkennen?
  5. Was nehmen die Teilnehmenden für ihren Arbeitsalltag mit?

Zusätzliche Materialien

  • Informationsblatt zum Helfersyndrom
  • Checkliste: Anzeichen von Überforderung
  • Leitfaden für Teamgespräche
  • Kontaktdaten für Beratungsstellen
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    Rollenspiel: Helfersyndrom in der Wohngruppe | Claude